Ausstellungsbesuch in der Kreuzkirche Nürtingen

Es ist bereits Tradition, dass Renate Steegmaier gleich zu Jahresbeginn Kunstinteressierte einlädt. Der Titel der diesjährigen Ausstellung: „Heather Fazzino, Ulrike Langen und Christo – im spannungsvollen Dialog zwischen Struktur und Fläche, Urbanität und Emotion – eine Ausstellung über Transformation und Perspektive“ hat leider nur wenig Anklang bei den Bissingern gefunden. Dabei war es ein spannender Einblick in das Schaffen von KünsterlerInnen unterschiedlicher Generationen: Christo, Jahrgang 1934, Ulrike Langen, Jahrgang 1975 (?) und Heather Fazzino, Jahrgang 1990. Außer „Christo“ – hier fehlt übrigens der Name seiner Frau Jeanne-Claude, die wesentlich zum Erfolg des Künstlerpaares beigetragen hat – sind die Künstlerinnen wahrscheinlich nur in Fachkreisen ein Begriff. Unsere Führerin gehört zu den Kunstexperten und konnte uns Vieles zu den Biographien und den verschiedenen Mal- und Gestaltungstechniken erklären. Heutzutage werden immer häufiger auch Computer und moderne Materialien (Epoxidharz z. B.) in sehr aufwendigen Arbeitsprozessen eingesetzt. Beim einfachen Betrachten der Bilder ist das nicht ohne Weiteres erkennbar. Die Werke von Christo sind vermutlich (fast) allen ein Begriff. Bilder, u.a. von der Verhüllung des Reichstages in Berlin 1995, der 37-km langen Strecke mit orangefarbenen Fahnen durch den Central Park in New York und die Verhüllung des Triumphbogens in Paris 2022 – dazu die Erklärungen der Führerin zu den manchmal jahrzehntelangen Vorbereitungen, brachten uns die Künstler Christo und Jeanne-Claude sehr nahe. Als besonderes Schmankerl hatte die Führerin sogar ein Stück des Stoffes von der Aktion in Paris dabei. Alle BesucherInnen der Ausstellung dürfen sich Gedanken über ein Objekt machen (nicht von Christo), das verhüllt und nicht berührbar in der Mitte des Raumes steht – aufgelöst wird dieses Rätsel erst am Ende der Ausstellung.

Der Besuch eines Cafés nach dem Ausstellungsbesuch gehört traditionell dazu. Dort verkündete Renate „des machet mir nächschtes Johr wieder, des isch oifach toll, wenn ma Kunscht erklärt kriagt“. Darauf freuen wir uns schon heute und beim nächsten Mal sind hoffentlich wieder mehr Interessierte dabei, es lohnt sich auf jeden Fall.