Zur Wanderung auf „Rulamans Spuren“ konnten sich trotz der nicht so vielversprechenden Wettervorhersage neun Wanderinnen und doch immerhin vier Wanderer aufmachen. Start der hochmotivierten Gruppe war am Wanderparkplatz Hohen Wittlingen, den trotz widersprüchlicher Anweisungen der Navigationssysteme auch alle Fahrer souverän fanden. Los ging es dann auch gleich mit dem Abstieg in die wildromantische Wolfsschlucht, welche trotz des Regens der vergangenen Tage noch einigermaßen sicher zu bewältigen war. Unter dem Eindruck der naturbelassenen und verwilderten Schlucht konnte man sich leicht vorstellen, wie der Autor David Friedrich Weinland 1878 zu seinem berühmten Jugendroman „Rulaman“ inspiriert wurde. Im Verlauf der Schlucht gaben dann auch unterschiedliche Informationstafeln Auskunft über die Besiedlung und Entwicklung des Ermstal. Angekommen im Tal ging es erstmal entlang der Bundestraße (der Wanderweg fiel einem Windbruch zum Opfer) nach Georgenau und von dort über die Erms zur anderen Talseite. Gut gelaunt mussten dann die ersten Höhenmeter zum Fischerbrunnen und Sirchinger Wasserfall bewältigt werden. Dort gab es vor dem nächsten Anstieg zur Ruine Blankenhorn eine kleine Pause, bei der im Brunnenteich Feuersalamander Larven beobachtet werden konnten. Von der Ruine Blankenhorn gings weiter bis zum Schlupffelsen und von dort abermals hinab ins Tal. Auf dem Weg durchs Biosphären Kerngebiet konnte eindrucksvoll die Auswirkung des Eschentriebsterbens beobachtet werden. Verursacht durch einen aus Asien eingeschleppten Pilz, dem wohl der überwiegende Teil unserer heimischen Eschen zum Opfer fallen wird. Wieder unten im Tal ging es abermals auf die andere Talseite und auch wieder bergan bis zum Rabenfels, wo unter der imposanten Gesteinsformation eine weitere Pause eingelegt wurde. Gestärkt machten wir uns auf halber Höhe auf den Weg zur Ruine Baldeck, welche selbstverständlich intensiv in Augenschein genommen wurde und einen beeindruckenden Ausblick ins Ermstal gewährt. Zur Burgruine Hohen Wittlingen ging es dann endlich „ebba omme“ und angekommen war die Besteigung des Turms dann Ehrensache. Beim Abstieg von der Burg schauten wir noch beim Wohnzimmer Rulamans, der Tulka Höhle (Schillerhöhle) vorbei, eine Begehung war allerdings zu dieser Jahreszeit wegen des Fledermausschutzes nicht möglich.
Alles in allem eine gelungene Wanderung bei nicht allerbestem Wetter, mit vielen Eindrücken und Informationen, welche mit der Schlusseinkehr einen verdienten Abschluss fand.
Vielen Dank an Helmut, der diese Tour organisiert und durchgeführt hat!
