Fragende Gesichter bei der Ankündigung im Bus „wir fahren heute zum Münster auf der Alb“. So wirklich bekannt ist diese Kirche wohl nicht bei den TeilnehmerInnen. Nach dem Hinweis „wir fahren nach Böhringen und dort werden wir von drei Menschen mit dem schönen Namen Müller erwartet“, sorgte dann aber für viel Vorfreude. Die Anfahrt zur St. Gallus Kirche erfolgte problemlos bis direkt vor die Kirchentür – die Rollatoren durften im Bus bleiben. Irgendwie schien der Kirchturm bekannt, auch er ein neugotisches Werk wie der Turm der Bissinger Marienkirche – allerdings 1 m höher, erfuhren wir im Laufe der nächsten Stunde. Im Inneren zeigte sich ein erstaunlicher Kirchenraum mit einer außergewöhnlichen Höhe und Größe für eine Dorfkirche. „Alle 800 erwachsenen Bewohner des damaligen Dorfes mussten beim sonntäglichen Gottesdienst einen Platz finden“, so der stellvertretende Mesner Gottfried Müller. Auf die Anwesenheit aller musste der „Kirchendusler“ achten und gegebenenfalls ein Fehlen bei der Obrigkeit anzeigen (er musste übrigens auch eingeschlafene Kirchenbesucher aufwecken). Die ursprüngliche Orgel stammte von dem in Bissingen gebürtigen Ludwig Goll, der in Kirchheim eine Orgelbauwerkstatt betrieb.
Passend zum Chorwand-Sgraffito von Professor Rudolf Yelin d. J. aus dem Jahr 1951 las Ulrich Müller die Geschichte von den klugen und den törichten Jungfrauen vor – auf schwäbisch. Darüber hinaus erzählte er Vieles über die im Kreuzgewölbe des Chorraumes aus dem 15. Jh. Abgebildeten: Maria mit dem Jesuskind auf der Mondsichel, Sebastian mit vielen Pfeilen, Gallus mit dem Bären, Bartholomäus mit dem Messer, Andreas mit dem Andreaskreuz ……. Pfarrer Müller war kaum zu bremsen, so viel konnte er über die Böhringer Kirche erzählen. Er lud uns ein, mal wieder zu kommen, um Weiteres zu erfahren. Ganz offensichtlich sind Gabi und Ulrich Müller in ihrem neuen Heimatort „angekommen“ und fühlen sich als Böhringer.
Mit dem Bus fuhren wir dann zum Albstadion, wo wir mit (Eis-) Kaffee und Kuchen köstlich bewirtet wurden. Viel zu schnell ist der Nachmittag vergangen. Trotz bestem Spaziergangwetter haben wir es dazu nicht mehr geschafft und so nutzten Einige den Heimweg von der Haltestelle am See in Bissingen noch dafür.
