Bei sehr sommerlichen Temperaturen starteten letzten Donnerstag sowohl vertraute wie auch neue Gesichter mit der Yogamatte „unterm Arm“ Richtung Schafhaus. Im Schatten einer uralten Linde breiteten wir unsere Yogamatten aus und genossen bei wohltuenden Asanas den Blick ins grüne Blätterdach oder in die herrliche Umgebung. In dieser besonderen Atmosphäre fällt es besonders leicht, den Alltag hinter sich zu lassen und bei sich ankommen. Mit etwas schnelleren Schritten und einem schönen Glücksgefühl traten wir in der Abenddämmerung unseren Rückweg an, um vor dem nächsten Regenschauer wieder zuhause zu sein. Vielen Dank Anja für dieses außergewöhnliche Erlebnis.
Archiv für den Monat: Juli 2026
Sigelshütte, Haus Bergfried und ein lauschiges Plätzchen in Erikas Garten
Ganz nah der Heimat und doch manch Neues gab es für die 11 Teilnehmerinnen der Gruppe „Stürmischer Herbst“ bei der kleinen Wanderung zum Haus Bergfried/Sonnenheim oder „Das Haus der Schwester Rosa“. An der Sigelshütte angekommen wurde über die Anfänge der Bissinger Segelfliegerei diskutiert. Ob es über den Bau der Sigelshütte (damals noch Sigels Waldcafé) oder den Schleppseilaufzug ging, die Teilnehmerinnen fühlten sich in die 30er Jahre zurückversetzt. Weiter ging es in den Wald hinein, kurz darauf sah man bereits das „Haus der Schwester Rosa“. 1934 baute Schwester Rosa das Kurhaus Sonnenheim/Bergfried, welches mit 10 Zimmern, Aussichtsterrasse, Wasserbecken und damals schon mit Zentralheizung ausgerüstet war. Nicht nur das Kurhaus überzeugte mit fortschrittlicher Ausstattung, auch die Erholung und Genesung basierte auf einem ganzheitlichen Konzept, welches Körper, Geist und Seele des Menschen in Einklang bringen sollte. Eine vegetarische Ernährung und Kneippanwendungen trugen ebenfalls zur Genesung bei. Viele dieser Kenntnisse hat Schwester Rosa aus Amerika, wo sie zuvor jahrelang lebte, mitgebracht.
Nach dem Krieg wurde das Haus als Flüchtlingsunterkunft genutzt, in den 50er Jahren hat die Brauerei Waldhorn von Plochingen eine Wirtschaft betrieben. Mittlerweile ist das Haus aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und wird als Ferienhaus „Einssein-Bergfried“ vermietet. Zurück zu den Wurzeln. Rosa Wolfer, geborene Klein, starb 1979 im Alter von 88 Jahren.
Bei so viel interessanter Geschichte ging der Gesprächs- und Diskussionsstoff in Erikas Garten nicht aus.
Herzlichen Dank an Erika für diesen Ausflug in die Vergangenheit und ihre Gastfreundschaft im schattigen Garten.
RollaTour im Juni
Wer behauptet, dass ältere Menschen nicht flexibel sind, wird durch die Bissinger RollaTour eines Besseren belehrt. Der angedachte Nachmittagsbesuch auf der Wiese von Ernst und Marianne Pangerl wurde angesichts der herrschenden Rekordtemperaturen kurzerhand auf den Vormittag verlegt. Statt Kaffee und Kuchen gab es Weißwurst mit Brezeln und als Nachtisch noch ein Eis. Unter den hohen Linden am Waldrand gab es ein lauschiges und kühles Plätzchen, an dem die Hitze dieses Tages gut zu ertragen war. Als Special-Guest hatte Ernst noch Erich Hock mit seiner Gitarre eingeladen, so dass auch einige Volkslieder gesungen werden konnten. Die Zeit verging wie im Flug, aber bevor die größte Hitze des Tages begann, machten wir uns wieder auf den Heimweg (mit Autos).
Ein großer Dank an Ernst und Marianne – verbunden mit der begründeten Hoffnung, dass wir auch im nächsten Jahr wieder Gast in diesem Idyll am Waldrand sein dürfen. Lt. Ernst ist das sommers wie winters möglich, ein Termin wird sich finden lassen. Bedanken möchten wir uns auch bei Karen Oelkrug, die den Fahrdienst übernommen hatte.
Die nächste RollaTour startet am Donnerstag, 30. Juli um 14 Uhr.
Von der Teck zum Schneeberg
17 Wanderbegeisterte, eine erkleckliche Zahl an Höhenmetern, spektakuläre Ausblicke, Kultur und eine großartige Gemeinschaft sowie eine perfekte Organisation prägten eine unvergessliche Woche in den Wiener Alpen. Gemeinsam machten wir uns mit den „Öffentlichen“ auf den Weg von Bissingen bis ins wunderschöne Grünbach am Schneeberg in Niederösterreich. Eine Reise voller sportlicher Herausforderungen, Natur pur und großartiger Stimmung!
Nach fast reibungsloser Anfahrt angekommen im idyllisch gelegenen und sehr gepflegten Hotel Zur Schubertlinde in Grünbach am Schneeberg – in welchem wir mit unseren Wanderkameraden Mechthild und Wigbert aus der Rhön zusammentrafen – ließen wir den langen Tag kulinarisch ausklingen.
Erholt und gestärkt gingen wir am nächsten Morgen die erste sportliche Herausforderung an, welche uns über 843 abwechslungsreiche und anspruchsvollen Höhenmeter zur Hohen Wand (1.125 m ü. NN) führte. Erstaunlicherweise hatte die für die Mittagsrast anvisierte Wilhelm-Eichert-Hütte ein etwas anderes Verständnis, was eine Reservierung anbelangt. Zum Glück hatten wir genügend Reserven im Rucksack, sodass sodass wir uns gut gelaunt und mit vollem Geldbeutel an den Abstieg machen konnten.
Am darauffolgenden Tag ging es dann hoch hinaus! Mit der Zahnradbahn fuhren wir hinauf auf die Bergstation des Schneebergs, von der wir über 380 Höhenmeter in alpinem Gelände unter strammem Wind den Schneeberg erklommen (2.075 m ü.NN). Nachdem wir bei guter Sicht die spektakuläre Aussicht vom Gipfelkreuz genossen hatten und die obligatorischen Gipfelbilder gemacht waren, ging es dann hinüber zur geöffneten Fischerhütte. Durch den herzlichen Empfang und die Gastfreundschaft, während der ausgiebigen Mittagsrast wurden wir für den Vortag mehr als entschädigt.
Am vierten Tag unserer Reise wechselten wir von den körperlichen Anstrengungen zu den kulturellen. Mit den Öffentlichen fuhren wir nach Wien. Unser „Wiener Kindl“ Sylvia hatte eine Stadtführung ausgearbeitet, mit der sie uns nicht nur die „Must-see“ Sehenswürdigkeiten nahebrachte, sondern auch mit der einen oder anderen Anekdote aus ihrem Wien aufwarten konnte. Bei etwas zu strahlendem Sonnenschein blieb dann der Nachmittag zur individuellen Erkundung „seines“ Wiens. Treffpunkt zur Rückfahrt nach Grünbach war der Haupteingang des Stephansdoms (Steffl). Wie schon die Tage zuvor zeichnete sich die Gruppe durch außergewöhnliche Disziplin und Pünktlichkeit aus, sodass die pünktliche Ankunft im Hotel reibungslos klappte. Die lukullischen Genüsse, welche uns die Hotelküche bereitete, haben möglicherweise auch etwas geholfen.
Am fünften Tag ging es auf den Spuren von Sylvias Kindheit rund um Grünbach „ebba omme“. Die Hubertuskapelle, die Ruine Schrattenstein und die Johannesbachklamm waren die Highlights auf der 12km langen Tour mit insgesamt 440 Höhenmetern auf einer abwechslungsreichen Strecke. Die Mittagseinkehr bei der Klammwirtin hat uns dann endgültig davon überzeugt, dass Gastfreundschaft in der Region großgeschrieben wird. Auf dem Rückweg gab es dann noch einen Zwischenaufenthalt mit einer moussierenden flüssigen Überraschung im idyllisch gelegenen Ferienhaus von Sylvia. Irmgard, welche aus gesundheitlichen Gründen absagen musste und natürlich vermisst wurde, spendierte den Sekt, damit wir auf ihr Wohl anstoßen konnten. Selbstverständlich sind wir dem Wunsch gerne nachgekommen und wünschen ihr auf diesem Weg baldige Genesung.
Die anstehende Heimreise traten wir dann nach dem Erlebten und Genossenen mit etwas Wehmut an. Nicht nur, dass wir uns von den Rhönern verabschieden mussten, auch an die Kulinarik, die Gastfreundschaft und den Service des Hotels werden wir uns noch lange erinnern. Das konnte auch der weitere Verlauf der Rückreise, welcher alles andere als einfach verlief, nicht trüben. Ein großes Lob an Sylvia, Andrée und Frieder, welchen es mit einer unnachahmlichen Souveränität gelang, trotz aller Verspätungen immer wieder eine Zugverbindung zu finden, die uns mit lediglich einer Stunde Verspätung wieder zurück nach Bissingen brachte.
Fazit: Wenn einer eine Reise tut, kann er was erleben! Bei der exzellenten Vorbereitung und Durchführung von Sylvia und Andrée würden wir das immer wieder tun. Einen ganz herzlichen Dank an die beiden für diese wirklich einmalig schöne und abwechslungsreiche Woche.


